Landschaftspflege

Biotoppflegebericht 2005/2006

1.    Einleitung

Autor:     A. Knight
Erstellt:   04.10.2006 


Dieser Bericht beschreibt die Pflegemaßnahmen, die Mitglieder der NABU-Gruppe Weil der Stadt im Winterhalbjahr 2005/2006 durchgeführt haben. Das Gartenbauamt Weil der Stadt wurde im Berichtsjahr nicht beansprucht. Zweck des Berichts ist es, die Gebiete, die von unserer Gruppe betreut werden, kurz zu beschreiben, die Pflegemaßnahmen zu erläutern, den Zustand der Biotope zu beschreiben und einen Ausblick auf die Entwicklung der charakteristischen Pflanzen und Tiere, die dort vorkommen, zu geben. Die Biotope, die unter unserer Beobachtung stehen, befinden sich in folgenden Gebieten:

•    Renninger Grund/Renninger Berg (Landschaftsschutzgebiet Heckengäu - Weil der Stadt)
•    Talackerbach (Naturschutzgebiet Kappelwiesen - Beim Roten Brunnen-Salzwiesen)
•    Ostelsheimer Steige (Landschaftsschutzgebiet Heckengäu - Weil der Stadt)
•    Käppelesberg (Landschaftsschutzgebiet bzw. Naturdenkmäler am Käppelesberg)
•    Blammerberg (Naturdenkmal)
•    Ersatzbiotop für Wechselkröten an der Wolldeckenfabrik

Das Ausputzen und Instandhaltung unserer Nistkästen für Höhlenbrüter am Wolldeckenareal, in den Gebieten Steckental, Talackerbach und an der Würm entlang sowie die Nistkästen für Eulen und Turmfalken der Stadtkirche und der umliegenden Bauernhöfe werden in diesem Bericht nicht behandelt.

 

 2. Zusammenfassung der Pflege- und Zustandsberichte

2.1.    Renninger Berg


•    Die NABU-Schutzgebiete am Renninger Berg werden seit 1989 mit dem Ziel gepflegt, die große Pflanzenvielfalt der Magerwiesen und die Heckenreihen als Lebensraum für die charakteristischen Brut- und Zugvögel nachhaltig zu sichern. 

•    Im Berichtszeitraum Oktober 2005 – Februar 2006 haben Vereinsmitglieder und  jugendliche Helfer 36 Arbeitsstunden für Biotoppflegeeinsätze im Renninger Grund geleistet. Dabei wurden im Laufe des Winters Magerrasenflächen entbuscht, Steinriegel freigelegt und einen 15 m langen Heckenabschnitt auf den Stock gesetzt. 

•    Erfreulicherweise erholt sich der Bestand an Küchenschellen im Renninger Grund weiter. Der seltene Neuntöter wird nun jedes Jahr dort beobachtet. Das Gebiet ist und bleibt ein bevorzugtes Brutgebiet für charakteristische Heckenbrüter wie Dorn- und Klappergrasmücke, Fitislaubsänger und Goldammer, die hier in einer ungewöhnlich großen Zahl vorkommen.

•    Ruhestörungen werden insbesondere durch nicht angeleinte Hunde verursacht. Ansonsten ist das Gebiet im Renninger Berg verhältnismäßig schwach frequentiert und ruhig. Dies ist dem Fehlen befestigter Wege zu verdanken. Es ist wichtig, dass keine weiteren Wege in diesem Gebiet befestigt werden.

•    Bei einem Rundgang in 2005 durch das Gebiet mit dem LRA, wurde ein Treffen mit den Landwirten vereinbart, um die Möglichkeiten einer weiteren Extensivierung der Landwirtschaft am Renninger Berg zu erörtern. Das Gespräch fand im Oktober 2005 statt. Die Landwirte waren gegenüber den Extensivierungsvorschlägen sehr aufgeschlossen, zumal die mageren Nutzwiesen keinen großen Ertrag bringen. Weitere Verträge wurden in Aussicht gestellt, wenn die neue Landschaftspflegerichtlinie 2006/2007 eingeführt wird. Das Gespräch mit den Landwirten war außerdem nützlich, um uns gegenseitig besser kennen zulernen und zusätzliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen. Durch Aufklärung konnte das Mitmähen einer an eine Nutzwiese angrenzende, geschützte Magerrasenbiotope, die reich an spät blühenden Arten ist, abgestellt werden.

2.2.    Talackerbach

•    Im Berichtszeitraum Oktober 2005 – Februar 2006 haben wir 5 Kopfweiden am Talackerbach nahe Wasserhäuschen geschnitten.

•    Am Talackerbach leidet seit der Anlage des großen Teichs durch das RP Stuttgart unser kleiner Teich an schlechter Wasserqualität, vermutlich weil er nicht mehr ausreichend mit frischem Quellwasser versorgt wird. Das RP ist informiert.

2.3.    Ostelsheimer Steige

•    Im Laufe des Jahres 2005 wurden Magerrasenflächen links und rechts der Ostelsheimer Steige hinsichtlich Pflanzenvorkommen beobachtet. 

•    Auf mehreren Flächen kommen charakteristische Pflanzen wie Silberdistel vor. Auf einer verwilderten Fläche westlich der Steige wurden Restvorkommen von seltenen Enzianarten (Deutscher Enzian, Fransenenzian) entdeckt. Das Biotop müsste entbuscht und gelegentlich gemäht werden. Ein Angebot unsererseits, dies zu tun, scheiterte vorerst am Widerstand  eines Erben der Eigentümerin. 

•    Das Naturdenkmal westlich der Ostelsheimer Steige kurz vor der Grenze zur Gemarkung Ostelsheim ist in einem schlechten Pflegezustand. Hier wäre zu klären, welche Pflege sinnvoll wäre und wer sie machen soll. Auch der Schild „Naturdenkmal“ liegt zurzeit flach auf einem Steinhaufen.

2.4.    Käppelesberg

Der Käppelesberg wurde als Ziel des Landschaftspflegetag 2006 des NABU-Bezirksverbands Heckengäu-Schwarzwald ausgewählt. Das Ziel ist das Entfernen der sich stark ausbreitenden Eschen und die Entbuschung ehemaliger überwucherter Weideflächen. Mit dem LRA wurde abgesprochen, dass wir die Verantwortung für die Pflege dieser Flächen, die der Stadt Weil der Stadt gehören, in den Folgejahren übernehmen. 

2.5.    Blammerberg

Am ND Blammerberg wurden 2 Heckeninseln auf den Stock gesetzt. Die Hecken waren überaltert und von den Ziegen, die die Wiesen jährlich weiden, hinuntergedrückt. Das ND ist sonst in einem guten Pflegezustand.

2.6.    Ersatzbiotop für Wechselkröten an der Wolldeckenfabrik

Die meisten Wechselkröten laichen im Regenrückhaltebecken des Parkplatzes ab. Die Gefahr ist groß, dass der Becken austrocknet, bevor die jungen Kröten sich entwickelt haben. Wasser muss deshalb im Bedarfsfall nachgefüllt werden. Das eigentliche Ersatzbiotop wird von Grasfröschen, Erdkröten und Wechselkröten zwar angenommen, ist aber auf Dauer für Wechselkröten aufgrund des starken Schilfbewuchses sehr pflegeintensiv und für Wechselkröten nur bedingt geeignet. 
Seit der Ebnung der Fläche am Sportplatz (Ersatzplatz für Aldi) ist damit zu rechnen, dass die dortige Population ausstirbt. Auch am Blammerberg muss die dortige Population als ausgestorben gelten, nachdem die dort angelegten Gärten und Teiche inzwischen zu viel Bewuchs haben.