Aktiv für mehr Artenvielfalt

Tipps zum Artenschutz zum praktischen und sofortigen Umsetzen

Laut einer Eurobarometer-Umfrage empfinden mehr als 90 Prozent der Europäer eine moralische Verpflichtung, die biologische Vielfalt zu erhalten. Und sie haben Recht! Der Mensch braucht sauberes Trinkwasser, reine Luft, gesunde Nahrung, gutes Klima und eine lebenswerte Umwelt. Doch diese Service-Leistungen der Natur gibt es nicht ohne Schutz der biologischen Vielfalt. Damit schützen wir auch uns selbst.

 

Deshalb werden auch Sie selbst aktiv! Wie? Fragen Sie uns! Wir haben immer Projekte, bei denen jeder Einzelne in Rahmen seiner Möglichkeiten mitwirken kann.

Denn wir brauchen immer Verstärkung und der Naturschutz braucht Sie!

Siehe auch "Unsere Heckenlandschaft"

Vogel des Jahres 2019: die Feldlerche

Die Feldlerche leidet an der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft. Wissenschaftliche Auswertungen zeigen, dass parallel zu steigenden Erträgen bei Weizen & Co. überall die Feldlerchenbestände schrumpfen – nicht weil Feldlerchen vermehrt sterben, sondern weil sie nicht mehr genügend Junge aufziehen können. Im Südwesten ist der kleine Feldvogel als ,gefährdet‘ auf der Roten Liste der Brutvögel eingestuft“, sagt Stefan Bosch, NABU-Fachbeauftragter für Vogelschutz. Der neue Jahresvogel steht stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz

Foto: NABU Peter Lindel

und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht. „Die immer intensivere Landwirtschaft vertreibt die Feldlerche aus Feld und Flur. Die Bodenbrüter finden dort kaum Nistplätze und zu wenig Nahrung“, fasst Bosch zusammen.

In Baden-Württemberg lebt die Feldlerche von Frühling bis Herbst und wandert in den Wintermonaten weitgehend nach Südeuropa ab. Die Feldlerche brütet am liebsten in der Feldflur auf Flächen mit Weizen und Hafer sowie auf Fettwiesen. In den kalten Monaten begnügt sie sich mit Pflanzenteilen und Sämereien. Zur Brutzeit ab April jagt sie Insekten, aber auch Spinnen, Schnecken und Regenwürmer, um den Nachwuchs mit proteinreichem Kraftfutter zu versorgen. Doch vielerlei Gefährdungen machen ihr das Überleben schwer. Als Lebensraumspezialist für die Feldflur sind Feldlerchen besonders betroffen. Die starke Düngung lässt Pflanzen schneller wachsen, dichte Pflanzreihen lassen keinen Raum zum Brüten. Auch der Rückgang der Wiesenbewirtschaftung, die häufigere und frühere Mahd und die großflächigen Monokulturen mit Mais und Raps wirken sich ungünstig aus und tragen zum Verlust von Nistplätzen bei. Es fehlen aber auch Saumbiotope wie Feld- und Wegränder sowie Böschungen als Brut- und Nahrungsraum.

Der Feldlerche hilft dann auch ihre perfekte Tarnung nicht. Ihr einziger Schmuck besteht aus feinen, schwarzbraunen Längsstreifen und Strichen am Oberkopf und einer kleinen Federhaube. Mit nur 6 bis 8 Zentimetern Körperlänge und der beige bis rötlich-braunen Gefiederfärbung an der Oberseite ist sie im Stoppelfeld gut getarnt. Feldlerchen sind lebhafte Sänger. Die Männchen singen meist im Flug aus einer Höhe von 50 bis 200 Metern, wo sie mit bloßem Auge kaum mehr zu erkennen sind. Ihr scheinbar endlos tirilierender Gesang bildet die traditionelle Klangkulisse unserer Agrarlandschaft.

 

Foto: NABU Manfred Delpho