Nicht mehr im Nest – aber nicht verlassen

Ein dringender Appell: bitte nehmen Sie keine Jungvögel, die scheinbar verlassen am Boden sitzen auf und mit nach Hause!

Der NABU bittet Spaziergängerinnen und Spaziergänger, vermeintlich hilflose Jungvögel nicht mitzunehmen. Denn meist hat man es nicht mit verlassenen, verletzten oder geschwächten Tieren zu tun, sondern mit gesunden Vogelkindern, die auch außerhalb des Nests von den Altvögeln versorgt werden. Nimmt man sie mit, trennt man sie von ihren Eltern. Die Aufzucht dieser Nestflüchter oder Ästlinge von Menschenhand ist nur selten langfristig erfolgreich, denn es gilt den Vogelnachwuchs nicht nur zu füttern, sondern auch zu prägen und zu ‚erziehen‘ – und das kann kein Mensch so wie die Vogeleltern. In akuten Gefahrensituationen kann man Jungvögel einige Meter weit umsetzen, etwa von der Straße in den Grünstreifen daneben.

Viele Vogelarten verlassen ihr Nest bereits bevor sie fliegen können, wie einige Singvogelarten, Greifvögel und Eulen. Im Siedlungsbereich findet man häufig bräunlich gefleckte Jungamseln, die etwa eine Woche vor dem Flüggewerden der Enge des Nestes entfliehen. Alle Jungvögel geben sogenannte „Standortlaute“ von sich, damit die Elternvögel wissen, wo ein hungriger Schnabel auf Fütterung wartet. Dieses Piepsen interpretieren wir Menschen oft fälschlicherweise als Hilferuf an uns.

Hilfe für verletzte Tiere finden Sie auf unserer Seite "Ansprechpartner"

Mysteriöses Meisensterben in Baden-Württemberg angekommen

Frühjahr 2020:

Beim NABU mehren sich Meldungen besorgter Vogelfreundinnen und -freunde über tote Singvögel. Besonders Blaumeisen sind derzeit von einer noch unbekannten Krankheit betroffen. Erkrankte Tiere sind apathisch und sitzen aufgeplustert auf dem Boden.

Auf Hygiene bei der Vogelfütterung ist dringend zu achten!

Mehr Infos auf der Seite des Landesverbands.

Mittlerweile ist die Ursache gefunden, ein Virus, das eine Lungenentzündung auslöst.