Fachberatung für Wildbienen und Pflanzenschutz

Der dramatische Rückgang der Bestäuberinsekten und Wildbienenarten in Deutschland (Näheres dazu hier) lässt die Diskussion um mögliche Abhilfen immer dringender werden. Da u.a. die intensive Landwirtschaft und der damit verbundene Pestizidverbrauch damit in Zusammenhang gebracht wird, lag es nahe, dass der Landesverband nun eine Fachberatung für Bienen und Pestizide eingerichtet hat.

Hier geht es um aktiven Wildbienen- und Insektenschutz, denn wir brauchen die Bestäuber.

Es gibt Links zu interessanten NABU-Seiten, die sich mit dem Thema beschäftigen und auch zum Bereich Pflanzenschutzmittel und ihre Auswirkungen.

Damit Sie einen kleinen Eindruck bekommen, was eigentlich geschützt werden soll, nachfolgend ein paar Fotos von einem kleinen Gebiet am Rande von Weil der Stadt. Schon dort kann man sehen, welche Vielfalt bedroht ist.

Wildbienen und Insekten am Renninger Berg

Fotos: Sabine Holmgeirsson

 

NEU: Freundeskreis Wildbienen und Insekten

Mittlerweile ist es bekannt: Wildbienen und Insekten sind teils stark bedroht in ihren Beständen. Das hat auch Auswirkungen auf uns Menschen. Wie kann man helfen, was kann man im Garten, auf dem Balkon für diese wichtigen Bestäuber tun?

Wer möchte sich gern einsetzen für Wildbiene und Co. und weiß nur nicht recht wie?

Im Freundesskreis Wildbienen und Insekten werden in dem genau diese Fragen erörtert und in die Praxis umgesetzt werden. Wir treffen uns zum Wissensaustausch, gehen in die Natur, um zu bestimmen, was da überhaupt sich draußen in Gärten und auf Wiesen tummelt, lernen verschiedene Lebensweisen kennen.

Das nächste Treffen ist am 18.1.19 um 19 Uhr. Diesmal wollen wir uns um Nisthilfen kümmern.

 

Wer also Interesse hat, sich auf diese spannende Bienen- und Insektenwelt einzulassen, meldet sich an bei

 

Sabine Holmgeirsson,

NABU Ba.-Wü. Fachberatung Wildbienen und Pflanzenschutz

 

sabine.holmgeirsson@nabu-bw.de oder 0163-7604177

 

Ich freue mich auf viele Rückmeldungen!

 

Vorträge zum Thema

"Pestizide und Auswirkungen auf Bestäuber" ist der Titel eines Vortrags, der die derzeitige Situation unserer Bestäuber zeigt, aber auch die Zulassungsverfahren und Alternativen im Pflanzenschutz beleuchtet.

Nächster Termin: 11.1.19 um 19 Uhr NABU-Gruppe Sinsheim

 

"Glyphosat - alles ganz harmlos?" nimmt das Totalherbizid unter die Lupe und die Auswirkungen der bedenkenlosen Anwendung, sowie Resistenzen und Zulassungen.

Nächster Termin: 12.3.19 um 19 Uhr im Haus am Rankbach in Renningen, vhs Leonberg

 

"Insektensterben - Ursachen und Folgen" beleuchtet die vielfältigen Ursachen des dramatischen Rückgangs der Insekten-Biomasse und zeigt auch, was jeder Einzelne tun kann.

Nächster Termin: 1.3.19  um 19 Uhr in Heidenheim/Brenz, Elmar-Docht-Haus

                                    8.5.19 um 19:30 in Malmsheim, Begegnungsstätte Malmsheim, Landfrauen

 

"Wildbienen und Insekten in unseren Gärten und Gemeinden" zeigt, was sich so in unserer nächsten Umgebung an Krabblern tummelt, warum sie schützenswert sind und wie man ihnen als Gärtner, aber auch in der Gemeindeverwaltung helfen kann.

Nächster Termin: 8.2.19 um 19 Uhr in Metzingen-Neuhausen, Bindhof, NABU Metzingen.

 

"Kleine Perlen am Wegesrand" ist ein Fotovortrag über die heimische Wildbienen- und Insektenwelt rund um Weil der Stadt.

 

Alle Vorträge sind buchbar von den Ortsgruppen bei:

Sabine Holmgeirsson, NABU BW Fachberatung Wildbienen und Pflanzenschutz,

Sabine.Holmgeirsson@NABU-BW.de oder 0163-7604 177.

 

Mitglieder und Gäste sind zu den Veranstaltungen herzlich eingeladen!

Resolution zum Insektensterben

In Stuttgart fand am 28.10. die 12. Hymenopteren-Tagung (Hautflügler) statt.

 Hier können Sie den Bericht dazu und die verabschiedete Resolution lesen.

 

Inzwischen erschien eine Stellungnahme vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit BMUB, deren Ministerin Frau Dr. Barbara Hendricks ist. Demgemäß wurden schon einige Schritte, die zum verstärkten Schutz der Wildbienen führen, in die Wege geleitet. Ob das ausreicht? Wir werden an dem Thema dranbleiben und mit unseren Möglichkeiten mithelfen, die geforderten und eingeleiteten Maßnahmen zu unterstützen.

Download
BMUB Reaktion auf die Resolution der Hymenopteren-Tagung
resolut Hymenopt 10 2016 BMUB Reaktion 0
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Keine Angst vor Wildbienen, Wespen, Hornissen!

 

Immer wieder fragen besorgte Eltern zum Thema Wildbienen und Kinder an.

 

Die Furcht vor Stichen ist anscheinend recht groß, aber völlig unbegründet. Deshalb hier eine Erklärung dazu:

 

Wildbienen, gemeint sind Solitärbienen, haben einen Stachel, setzen den aber äußerst selten ein, denn sie haben kein Volk, keine Vorräte zu verteidigen. Außerdem ist er viel kleiner, teils weicher, als der von Honigbienen oder Wespen, sodass er nicht in unsere Haut eindringen kann! Die Giftmenge ist auch wesentlich geringer, sodass man einen Stich kaum bemerken würde.

 Hornissen beim "Rindeln"  Foto: S.Holmgeirsson

 

Hummeln, Wespen und Hornissen verteidigen ihr Nest, ebenso Honigbienen ihren Stock. Wenn man dem also zu nahe kommt, dann kann es zu aggressivem Verhalten kommen. Bei Wespen/Hornissen beträgt die Toleranz etwa 1,5m, bei Hummeln muss man fast drauftreten, damit es zur Verteidigung kommt. Meist hilft ein ruhiger, aber zügiger Rückzug. Am Futterplatz, also an Blüten verteidigen sie nichts, also keine Gefahr!

 

Wenn eine Biene, Wespe oder Hummel in sehr große Bedrängnis kommt, in die Armbeuge, Achsel oder unter Kleidung gerät, sticht sie natürlich in ihrer größten Not zu. Es empfiehlt sich also nicht, barfuß durch blühenden Klee auf dem Rasen zu laufen. Honigbienen können nur einmal stechen, denn der Stachel sitzt fest in unserer Haut und die Biene zieht sich den samt Giftblase aus dem Hinterteil. Die Giftblase pumpt auch dann noch das Gift in die Haut, deshalb den Stachel nicht mit Daumen und Zeigefinger aus der Haut ziehen, sondern mit dem Fingernagel rausstreichen. Wespen und Hummeln ziehen ihren Stachel wieder aus der Haut und können deshalb mehrmals stechen.

 

Es sind nur 2 Wespen-Arten, die uns am Kaffeetisch auf der Terrasse und an der Wurst lästig werden: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Aber wie auch alle anderen Wespenarten sind sie auch recht nützlich, benötigen sie doch zur Fütterung der Brut tierisches Eiweiß und jagen dafür andere Insekten, z.B. Fliegen oder Mücken. Vielleicht sollte man am Kaffeetisch ein kleines Stückchen vom Kuchen opfern und den Wespen etwas abseits hinstellen, um sie abzulenken. Wespenfallen aufzustellen verbietet sich, denn in ihnen landen zu 95% andere, nicht lästige Insekten-Arten, von denen die meisten geschützt sind.

 

Mythos Hornisse: nein, ihre Stiche sind nicht gefährlicher als die von Wespen oder Honigbienen, aber etwas schmerzhafter.

 

Für alle Insekten gilt: sie nehmen besonders gut schnelle Bewegungen (etwa 240 Bilder/sek.) wahr, sodass wildes Um-sich-schlagen sie erst recht reizt und nicht vertreibt!!

 

Übrigens: das Gift der Wespen unterscheidet sich in der Zusammensetzung von dem der Honigbiene. Bienenallergiker (ca. 3% der Bevölkerung) reagieren also nicht unbedingt auf einen Wespenstich und umgekehrt! Eine Rötung und Schwellung um die Einstichstelle ist noch keine Allergie!

 

Ruhe bewahren, bewegungslos bleiben und die Neugierde der Stechimmen vergeht.

 

Wenn man sie in Ruhe lässt, lassen sie uns in Ruhe und wir haben die Möglichkeit, sie bei ihrem "Tagesgeschäft" zu beobachten. Wildbienennester zeigen an, hier ist das Umfeld noch intakt, es gibt im Umkreis genügend Futter.

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Sommer mit vielen schönen Wildbienen - Beobachtungen!