Anlage eines Naturgartens für Wildbienen und Insekten

Immer wieder kommen Anfragen, was man für Wildbienen und Insekten tun könne. Da wäre es doch schön, wenn man das auch zeigen könnte und nicht nur in der Theorie erklären.

Dazu wollen wir, die Wildbienengruppe, einen Lehrgarten anlegen. Mit heimischen Pflanzen, Stauden und Kräutern, die auch verwendet werden dürfen. Einen Naschgarten sozusagen. Und der nicht viel Arbeit macht, um zu zeigen, dass man auch mit wenig Aufwand einen naturnahen Garten schaffen kann, weil die Natur auch Natur sein darf.

Mit verschiedenen Nistmöglichkeiten, vor allem für die im Boden Nistenden und im Totholz.

Wir wollen auch verschiedene Nist- und Nahrungsmöglichkeiten zeigen, die man auf dem Balkon, im eigenen Garten realisieren kann.

Dazu steht uns wahrscheinlich eine Fläche mit Streuobst zur Verfügung, die hergerichtet werden muss.

Wir starten also 2 Projekte, zu denen wir Mitstreiter suchen:

Eine Wildbienengarten-Gruppe zum einrichten und pflegen eines Wildbienen-Gartens, mit so wenig Aufwand wie möglich.

Eine Streuobstgruppe zur Pflege und Betreuung der Streuobstbäume. Hier können auch Patenschaften angeboten werden, z.B. für Kita-Gruppen, Schulklassen usw.

Geplant ist ein Baumschnittkurs im Februar.

Interessenten wenden sich an Sabine Holmgeirsson, Fachbeauftragte für Wildbienen im NABU Landesverband, 01573-114 3021.

Neu: Wildbienen-Porträts beim LV

Wer sich etwas näher mit den verschiedenen Wildbienenarten,  die in unseren Gärten vorkommen, beschäftigen möchte, für den sind die monatlichen Wildbienen-Porträts des Landesverbands genau das Richtige. Jeden Monat wird dort eine Wildbienenart, bzw. -gruppe näher vorgestellt. Es gibt Tipps für den Bau einer optimalen Nisthilfe für die einzelnen Gattungen und welche Pflanzengruppen bevorzugt werden.

Hier findet man Beschreibungen zu Mauerbienen und Holzbienen, aber auch zu Wespenbienen oder

die Feldweg- oder Pförtner-Schmalbiene.

 

Wildbienen und Insekten am Renninger Berg

Hier werden regelmäßig im Zuge der Aktion "Insektensommer" Insektenzählungen angeboten. Auch sonst gibt es Führungen und Exkursionen, um Wildbienen und Insekten zu beobachten und zu bestimmen.

Fotos: Sabine Holmgeirsson

 

Freundeskreis Wildbienen und Insekten

Mittlerweile ist es bekannt: Wildbienen und Insekten sind teils stark bedroht in ihren Beständen. Das hat auch Auswirkungen auf uns Menschen. Wie kann man helfen, was kann man im Garten, auf dem Balkon für diese wichtigen Bestäuber tun?

Wer möchte sich gern einsetzen für Wildbiene und Co. und weiß nur nicht recht wie?

Im Freundesskreis Wildbienen und Insekten werden in dem genau diese Fragen erörtert und in die Praxis umgesetzt werden. Wir treffen uns zum Wissensaustausch, gehen in die Natur, um zu bestimmen, was da überhaupt sich draußen in Gärten und auf Wiesen tummelt, lernen verschiedene Lebensweisen kennen.

 

Wer also Interesse hat, sich auf diese spannende Bienen- und Insektenwelt einzulassen, meldet sich an bei

Sabine Holmgeirsson,

NABU Ba.-Wü. Fachberatung Wildbienen und Pflanzenschutz

sabine.holmgeirsson@nabu-bw.de oder 01573-1143021

 

Ich freue mich auf viele Rückmeldungen!

Fachberatung für Wildbienen und Pestizide

Der dramatische Rückgang der Bestäuberinsekten und Wildbienenarten in Deutschland (Näheres dazu hier) lässt die Diskussion um mögliche Abhilfen immer dringender werden. Da u.a. die intensive Landwirtschaft und der damit verbundene Pestizidverbrauch damit in Zusammenhang gebracht wird, lag es nahe, dass der Landesverband nun eine Fachberatung für Bienen und Pestizide eingerichtet hat.

Es werden u.a. Vorträge zu folgenden Themen angeboten, die bei der Referentin Sabine Holmgeirsson gebucht und auf bestimmte Zielgruppen abgestimmt werden können:

- Pestizidfreie Gemeinden

- Wildbienen und Insekten in unseren Gärten und Gemeinden

- Insektensterben - Ursachen und Folgen

- Pestizide und Auswirkungen auf Bestäuber

- Glyphosat - alles ganz harmlos?

 

Keine Angst vor Wildbienen, Wespen, Hornissen!

 Immer wieder fragen besorgte Eltern zum Thema Wildbienen und Kinder an. Die Furcht vor Stichen ist anscheinend recht groß, aber völlig unbegründet. Deshalb hier eine Erklärung dazu:

 Wildbienen, gemeint sind Solitärbienen, haben einen Stachel, setzen den aber äußerst selten ein, denn sie haben kein Volk, keine Vorräte zu verteidigen. Außerdem ist er viel kleiner, teils weicher, als der von Honigbienen oder Wespen, sodass er nicht in unsere Haut eindringen kann! Die Giftmenge ist auch wesentlich geringer, sodass man einen Stich kaum bemerken würde.

Hummeln, Wespen und Hornissen verteidigen ihr Nest, ebenso Honigbienen ihren Stock. Wenn man dem also zu nahe kommt, dann kann es zu aggressivem Verhalten kommen. Bei Wespen/Hornissen beträgt die Toleranz etwa 1,5m, bei Hummeln muss man fast drauftreten,

Hornissen beim "Rindeln"  Foto: S.Holmgeirsson

damit es zur Verteidigung kommt. Meist hilft ein ruhiger, aber zügiger Rückzug. Am Futterplatz, also an Blüten verteidigen sie nichts, also keine Gefahr!

Wenn eine Biene, Wespe oder Hummel in sehr große Bedrängnis kommt, in die Armbeuge, Achsel oder unter Kleidung gerät, sticht sie natürlich in ihrer größten Not zu. Es empfiehlt sich also nicht, barfuß durch blühenden Klee auf dem Rasen zu laufen. Honigbienen können nur einmal stechen, denn der Stachel sitzt fest in unserer Haut und die Biene zieht sich den samt Giftblase aus dem Hinterteil. Die Giftblase pumpt auch dann noch das Gift in die Haut, deshalb den Stachel nicht mit Daumen und Zeigefinger aus der Haut ziehen, sondern mit dem Fingernagel rausstreichen. Wespen und Hummeln ziehen ihren Stachel wieder aus der Haut und können deshalb mehrmals stechen.

Es sind nur 2 Wespen-Arten, die uns am Kaffeetisch auf der Terrasse und an der Wurst lästig werden: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Aber wie auch alle anderen Wespenarten sind sie recht nützlich, benötigen sie doch zur Fütterung der Brut tierisches Eiweiß und jagen dafür andere Insekten, z.B. Fliegen oder Mücken. Vielleicht sollte man am Kaffeetisch ein kleines Stückchen vom Kuchen opfern und den Wespen etwas abseits hinstellen, um sie abzulenken. Wespenfallen aufzustellen verbietet sich, denn in ihnen landen zu 95% andere, nicht lästige Insekten-Arten, von denen die meisten geschützt sind.

 

Mythos Hornisse: nein, ihre Stiche sind nicht gefährlicher als die von Wespen oder Honigbienen, aber etwas schmerzhafter.

Für alle Insekten gilt: sie nehmen besonders gut schnelle Bewegungen (etwa 240 Bilder/sek.) wahr, sodass wildes Um-sich-schlagen sie erst recht reizt und nicht vertreibt!!

 

Übrigens: das Gift der Wespen unterscheidet sich in der Zusammensetzung von dem der Honigbiene. Bienenallergiker (ca. 3% der Bevölkerung) reagieren also nicht unbedingt auf einen Wespenstich und umgekehrt! Eine Rötung und Schwellung um die Einstichstelle mit Juckreiz ist noch keine Allergie!

 

Ruhe bewahren, bewegungslos bleiben und die Neugierde der Stechimmen vergeht.

 Wenn man sie in Ruhe lässt, lassen sie uns in Ruhe und wir haben die Möglichkeit, sie bei ihrem "Tagesgeschäft" zu beobachten. Wildbienennester zeigen an, hier ist das Umfeld noch intakt, es gibt im Umkreis genügend Futter.

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Sommer mit vielen schönen Wildbienen - Beobachtungen!