Vortrag über Störche am 29.11.24

Wir freuen uns besonders auf einen Vortrag des Storchenbeauftragten des Landes, Dr. Stefan Bosch. Er berichtet am Freitag, d. 29.11. um 18.30 Uhr über Weltenbummler Weißstorch: Adebar im Aufwind.

Wir hoffen auf reges Interesse, denn der Vortrag steht nicht im Programm.

 

Beringung und Besenderung erfolgreich

Am 31.5. konnten noch 2 Junge trotz Regens erfolgreich beringt und besendert werden. Viele Zuschauer hatten sich eingefunden, um einen Blick auf die Kleinen zu werfen, die zu dem Zweck aus dem Nest nach unten gebracht wurden. Dabei konnte der allgemeine Gesundheitszustand überprüft werden, was bei diesem Wetter wichtig war. Die 3 anderen sind verstorben und mussten aus dem Nest geborgen werden.

Ernie und Bert sind bereits im Animal Tracker zu sehen. Der gibt das Signal nicht metergenau wieder, deshalb sind jetzt schon "Bewegungen" zu sehen, die so nicht stattfinden!

Ernie ist der kleinere von beiden, der zuerst beringt und untersucht wurde.

Nun wird beobachtet, wie sie sich entwickeln und wie es im Sommer weitergeht. Werden auch sie da bleiben über Winter, was bei Jungstörchen recht ungewöhnlich ist? Werden sie überhaupt das erste Jahr überstehen, wie insgesamt nur 30 % der Jungstörche? Auch unsere Jungstörche tragen mit ihren Sendern dazu bei, das Zugverhalten besser zu verstehen. Damit kann auch der Schutz der Art und deren Überleben verbessert werden, denn jeder Tod am Strommast, jeder auf dem Zug verendete Vogel zeigt die Mängel auf, die dringend beseitigt werden müssen, um diese majästetischen Vögel auch weiter erleben zu können.

Verluste überall, doch 3 leben noch!

Die 3. und 4. Lebenswoche ist vom Wetter her die kritischste bei den Störchen. Das war auch leider bei uns so. Bei Dauerregen und Kälte am Freitag (17.5.) gelang es den Eltern leider nicht, alle Jungen ausreichend zu schützen. Das Daunengefieder saugt sich zudem mit Wasser voll, die Jungen verkühlen. Am darauffolgenden Dienstag gab es wieder Dauerregen und abends bot sich am Nest ein trauriges Bild: es regte sich kaum noch etwas. 

 

Foto am 29.5., S. Holmgeirsson

 

Bei Sonnenschein sah es dann etwas besser aus, wir beobachten noch 3 Junge. Viele Jungstörche im Ländle haben das Unwetter am Freitag nicht überlebt! Experten schätzen den Verlust an Jungstörchen auf bis zu 80% bisher! Dieses Jahr ist so schlimm wie 2013, auch da gab es durch Regen hohe Verluste.

 

Ich konnte sie bei der Fütterung beobachten und das Nesthäkchen, das alle bisherigen Dauerregenereignisse überlebt hat, ist noch immer wesentlich kleiner, futtert aber ordentlich mit den  großen Geschwistern mit. Ich bin darüber doch etwas erleichtert.

Heidi brachte heute morgen wieder Plastikfolie mit, in neongrün. Wie hübsch! Sie schob das den Jungen wie Moos unter. Das verhindert natürlich, dass Wasser ungehindert ablaufen kann. Wir werden also auch aufräumen müssen, wenn wir zum Nest hochfahren.

Am 31.5. ab 13.30 Uhr kommt der Hubsteiger wieder zum Einsatz und Stefan Bosch vom NABU wird beringen und Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut am Bodensee wird die Störche mit den kleinen, leichten Sendern ausstatten. Zuschauen erlaubt und erwünscht!

5 Junge! Welch Gewusel im Nest

Wir freuen uns, denn Mitte Mai war es gewiss: 5 Junge wuselten im Storchennest! Das ist das Höchste, was geht, denn Störche legen 3 - 5 Eier. Seit dem 26.4. sind sie nacheinander geschlüpft, deshalb ist der Kleinste eine Woche jünger als das Älteste. Jetzt wird sich zeigen, ob das vorkommende Nahrungsangebot auf unseren letzten feuchten Wiesen ausreicht für so viele hungrige Schnäbel. In den letzten Nestlingswochen müssen 1,5 kg Mäuse, Regenwürmer, Schlangen und auch Frösche pro Junges  rangeschafft werden. Welch ein Stress für die Eltern! Aber noch geht es entspannt zu im Nest, den Kleinen kann man fast täglich beim Wachsen zusehen. Es werden nicht alle 5 überleben können, Schlechtwetterperioden und Nahrungsmangel sind häufige Ursachen für Verluste in den ersten Wochen. In der Natur wird selektiert auf den Stärksten!

Die nachfolgenden Fotos wurden am 12. und 15.5. gemacht, die Jungen sind in der 3. Lebenswoche.

Noch zu klein, um ausreichend eigene schützende Federn zu haben, aber zu groß, um von dem Altstorch geschützt zu werden.

Die Jungen werden wieder beringt und besendert! Da Trick hier überwintert hat, möchte man das Zugverhalten der Jungen nochmal genauer beobachten.

Störche sind sehr früh zurück!

Am 3.2. war es soweit, Heidi kam aus dem Süden zurück. Laut klappernd begrüßte sie das Nest und hoffte, von Leon gehört zu werden. 2 Tage wartete sie, war mit Trick gemeinsam auf den Wiesen am Sägeweg auf Futtersuche. Nach 2 Tagen zog sie weiter, um sich auch in der weiteren Umgebung umzuschauen.

Dann kam am 12.2. die Meldung, dass wieder ein Storch auf dem Nest säße. Die Position des Rings und die Ablesung ergab, dass nun auch Leon wieder zurück war. Das große Warten begann. Würde Heidi zurückkehren oder käme eine andere Partnerin?

Seit dem 28.2. ist das Paar nun vereint und wir wissen, Heidi ist wieder die Partnerin. Sie kam zurück und es erfolgten mehrere Paarungen. Seit dem 25.3. wird gebrütet. Da die Brutzeit 32 Tage beträgt rechnen wir mit dem ersten Schlüpfen ab dem 25.4. Zwei Wochen später sollten die Köpfchen der Jungen zu sehen sein.

 

Wie schon im allgemeinen Teil unter Akzeptanz beschrieben, haben auch Leon und Heidi ein Revier gebildet und Trick aus ihrem Nest vertrieben. Obwohl sie es nicht nutzen, beansprucht das Paar das Nest und Konkurrenten werden nicht geduldet. Störche erkennen ihren eigenen Nachwuchs nicht mehr, sobald dieser das Brutnest verlassen hat.

Trick war zunächst bei Schafhausen auf den Wiesen unterwegs und ist seit dem 16.3. bei Ehningen und Gärtringen auf den Wiesen neben der Autobahn zu finden.